Beeren
Beeren finden selbst im kleinsten Garten einen Platz und gedeihen in fast jedem Klima, auch im Halbschatten. Zudem sind sie frisch am gesündesten und schmecken in diesem Zustand auch am besten. Marktware wird häufig schon vor der Vollreife geerntet, um den Transport und die Lagerung besser zu überstehen.
Im eigenen Garten können wir die uns zusagenden Sorten zur Pflanzung auswählen und den optimalen Zeitpunkt für die Ernte bestimmen. Wenn wir beim Anbau keine groben Fehler gemacht haben, dann brauchen wir den Vergleich mit
gekauftem Beerenobst nicht zu scheuen. Im Gegenteil: Wer einmal eigene Erdbeeren "Mieze Schindler" probiert hat, dem kommen die anderen Sorten fade und wässrig vor.
Praktisch alle Beerensträucher sind dankbar für eine humusreiche Erde, die regelmäßig mit Kompost verbessert wird.
Die Erdbeere ist eine Nuß ...
Botanisch gesehen sind Beeren fleischige Früchte mit einem oder mehreren darin enthaltenen Samen, wie etwa Johannis- oder Stachelbeeren und Trauben. Aber auch Tomaten oder Gurken sind in diesem Sinne
Beeren. Die Frucht der Erdbeere (also das Vermehrungsorgan) ist eigentlich eine Nuß: die kleinen dunklen Punkte auf dem Fruchtfleisch . Das, was wir als Obst essen, ist der vergrößerte fleischige Blütenboden. Botaniker sprechen deshalb von einer "Scheinbeere".
Für uns, die gesunde Früchte im eigenen Garten ernten wollen, spielen solche Unterscheidungen keine Rolle. Viel wichtiger ist, die optimalen Anbaubedingungen der Pflanzen zu kennen und zu wissen, wie sie geschnitten werden.
Dazu gibt es gute Fachliteratur (die durch unsere Webseiten nicht ersetzt werden kann) und jede Menge Erfahrungen im örtlichen Obst- und Gartenbauverein. |
Sortenwahl
Die meisten Beerensträucher sind aus bei uns heimischen Wildpflanzen herausgezüchtet worden. Nur die heutigen Gartensorten der Erdbeere und die Kulturheidelbeere sind Importe aus Amerika. Die Züchter haben in den letzten Jahrzehnten viel geleistet und neue, bessere Sorten auf den Markt gebracht, die resistent gegen Krankheiten oder Schädlinge sind. Als Beispiel sei hier die schwarze Johannisbeere "Dr. Bauer's Ometa" genannt, die sehr gut trägt, praktisch nicht von Gallmilben befallen wird und trotzdem hervorragend schmeckt (was leider nicht von jeder Neuzüchtung behauptet werden kann). Daneben können wir aber auch auf alte, robuste und im lokalen Kleinklima bewährte Sorten zurückgreifen. So kann die alte Himbeere "Schönemann" in Bezug auf die Pflanzengesundheit durchaus mit "Willamette" oder "Glen Ample" mithalten.
Vorsicht
beim Pflanzenkauf
Die richtige Auswahl der anzubauenden Sorten ist die Grundlage für den späteren Erfolg. Es hat im Hausgarten keinen Sinn, Pflanzen zu setzen, die anfällig für Krankheiten oder Schädlinge sind. Erstens verzichten die meisten im "grünen Wohnzimmer" von sich aus weitgehend auf "Chemie", und zweitens gibt es gegen viele Schadursachen keine nach dem Pflanzenschutzgesetz für diesen Bereich zugelassenen Spritzmittel. Achten Sie beim Kauf von Pflanzen deshalb besonders darauf, daß Sie auch wirklich die Sorten mit den gewünschten Eigenschaften bekommen. Dies ist am ehesten gewährleistet, wenn Sie Neupflanzen bei einer vertrauenswürdigen Baumschule oder einem fachkundigen Händler in ihrer Nähe kaufen. Diese sind am ehesten mit z.B. den klimatischen Bedingungen bei Ihnen vertraut und
können Sie ausführlich beraten. Seien Sie dagegen kritisch bei reißerischen Anpreisungen in den bunten Katalogen der Versender. Auch dort können Sie gute Ware erhalten, aber oft hält das Pflanzgut nicht, was versprochen war. Eine Sorte, die in Holland gut ist, kann in Süddeutschland völlig versagen.
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