{"id":1418,"date":"2019-10-24T02:43:15","date_gmt":"2019-10-24T00:43:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fachwarte.de\/?p=1418"},"modified":"2019-10-24T03:17:38","modified_gmt":"2019-10-24T01:17:38","slug":"lehrfahrt-zum-kob-bavendorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachwarte.de\/?p=1418","title":{"rendered":"Lehrfahrt zum KOB Bavendorf"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_1425\" aria-describedby=\"caption-attachment-1425\" style=\"width: 530px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1425 size-large\" src=\"https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_05_BB-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"530\" height=\"398\" srcset=\"https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_05_BB-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_05_BB-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_05_BB-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 530px) 100vw, 530px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1425\" class=\"wp-caption-text\">Thomas Kininger (rechts) mit seinen Ausf\u00fchrungen zum gesch\u00fctzten Anbau<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Lehrfahrt zum Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee (KOB) nach Bavendorf am 21. September 2019 veranstaltete die Fachwartvereinigung in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Erwerbsobstbau und der Fachberatungsstelle Obst- und Gartenbau am Landratsamt B\u00f6blingen. Thomas Kininger, Mitarbeiter des Versuchsbetriebs und Ausbilder am KOB konnte etwa 50 am Obstbau interessierte Teilnehmer begr\u00fc\u00dfen. In Bavendorf fallen durchschnittlich 1000 Millimeter Jahresniederschlag, die Jahresdurchschnittstemperatur betr\u00e4gt 8,5 \u00b0C.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Apfel<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Derzeit ist die Apfelernte zugange; sie geschieht individuell, wenn in den Fr\u00fcchten nur noch wenig St\u00e4rke vorhanden ist. Dies wird mit einem Zuckertest und unter Zuhilfenahme der Lugolschen L\u00f6sung untersucht. Gleichzeitig wird mittels eines Stempels die Festigkeit der Frucht gepr\u00fcft. Bei den \u00c4pfeln ist insbesondere die Sorte \u201eElstar\u201c beliebt. Die Sorte \u201eJonagold\u201c wird geerntet, wenn sie eine noch gr\u00fcne Grundfarbe aufweist, weil sie dann l\u00e4nger haltbar ist. Die Sorte \u201eNicoter\u201c wird als Klubsorte \u201eKanzi\u201c der Firma BayWa vermarktet. Nicht das KOB legt die zu testenden Sorten fest, sondern sie werden von den Auftraggebern jeweils nach Marktlage und vermutetem Marktpotenzial vorgegeben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1430\" aria-describedby=\"caption-attachment-1430\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1430 size-medium\" src=\"https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_10_BB-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_10_BB-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_10_BB-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_10_BB-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1430\" class=\"wp-caption-text\">Die Sorte \u201ePinova\u201c ist sonnenbrandempfindlich<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass eine Fruchtausd\u00fcnnung notwendig ist, wurde mehrmals betont. Die Vorteile sind hinreichend bekannt. Soll gegen drohende Alternanz ausged\u00fcnnt werden, muss dies unbedingt vor dem Termin 15. Juni geschehen. Die B\u00e4ume werden ab dem vierten Laub ausgelichtet, indem auf Zapfen zur\u00fcckgeschnitten wird. Dies dient der Fruchtholzerneuerung. Ein Sommerschnitt im August, also noch vor der Ernte, ergibt 58 Prozent mehr Fr\u00fcchte, als wenn ein Winterschnitt durchgef\u00fchrt worden w\u00e4re, so das Ergebnis einer Untersuchung. Zur Ern\u00e4hrung der Frucht rechnet man mit 25 Bl\u00e4ttern pro Apfel, damit dieser gut versorgt werden kann. Dabei z\u00e4hlen die Bl\u00e4tter von Reiteraten nicht, denn diese versorgen nur sich selbst. Gegen Sonnenbrand auf den Fr\u00fcchten hilft ein Beschattungsnetz. Besonders empfindlich hierbei sind Schattenfr\u00fcchte. Generell gilt: Voll behangene B\u00e4ume ergeben gute und haltbare \u00c4pfel.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1422\" aria-describedby=\"caption-attachment-1422\" style=\"width: 530px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1422 size-large\" src=\"https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_02_BB-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"530\" height=\"398\" srcset=\"https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_02_BB-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_02_BB-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_02_BB-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 530px) 100vw, 530px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1422\" class=\"wp-caption-text\">Im K\u00fchllagerbereich des Kompetenzzentrums<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der Einlagerung der \u00c4pfel kommt die Methode \u201e<em>SmartFresh<\/em>\u201c zum Einsatz, die den Reifungsprozess der Fr\u00fcchte aufh\u00e4lt. Hierbei hemmt ein Gasmolek\u00fcl das nat\u00fcrliche Reifehormon Ethylen des Apfels und unterbricht die Reifung. Die Fr\u00fcchte bleiben so bis zu einem Jahr erntefrisch haltbar und behalten ihre Knackigkeit, Saftigkeit und Geschmack. Auf Nachfrage war zu erfahren, dass in Deutschland zwar jegliche Nacherntebehandlung verboten ist, die Behandlung mit <em>SmartFresh<\/em> in der EU jedoch nicht deklariert werden muss, weil die Beh\u00f6rden das Verfahren als v\u00f6llig unbedenklich einstufen. Selbstverst\u00e4ndlich wird diese Methode im biologischen Anbau nicht angewandt, hier kommt nur eine CA-Lagerung (CA = <em>Controlled Atmosphere<\/em> mit genau geregelter und kontrollierter Temperatur und Sauerstoffgehalt) in Betracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch zu verschiedenen Pflanzabst\u00e4nden innerhalb der Reihe werden Versuche gemacht. Es war zu erfahren, dass die B\u00e4ume enger gepflanzt werden k\u00f6nnen, wenn man sie erst dann in der H\u00f6he begrenzt, wenn sie oben am Schutznetz angelangt sind. Durch das Wachstum nach oben k\u00f6nnen die B\u00e4ume unten schlanker gehalten werden. Dies gilt sowohl f\u00fcr Apfelspindeln wie auch f\u00fcr S\u00fc\u00dfkirschen.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Kirsche<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den S\u00fc\u00dfkirschen \u2013 hier aktuell die Sorten \u201eAdelise\u201c und \u201eKordia\u201c auf GiSelA 5 sowie \u201eRegina\u201c auf GiSelA 3 \u2013 ist man zwischenzeitlich wieder bei einem Pflanzabstand von einem Meter angelangt: Das System Superspindel ist vom Apfelanbau her schon seit Jahren bekannt. Auch das Erziehungssystem UFO (<em><span style=\"text-decoration: underline;\">U<\/span>pright <span style=\"text-decoration: underline;\">F<\/span>ruiting <span style=\"text-decoration: underline;\">O<\/span>ffshoots<\/em>, deutsch etwa: aufrecht wachsende Fruchttriebe) wird in mehreren Varianten untersucht. Hierzu ist zwingend ein Drahtger\u00fcst mit vier Dr\u00e4hten notwendig. Die B\u00e4ume werden mit einem Winkel von 45 Grad schr\u00e4g gepflanzt, im n\u00e4chsten Jahr werden etwa zehn senkrechte Jungtriebe in passendem Abstand ausgew\u00e4hlt und an den Dr\u00e4hten nach oben geleitet. Hier zerf\u00e4llt der Versuchsanbau in die zwei Varianten: Die Jungtriebe werden entweder senkrecht oder in die zum Stamm entgegengesetzte Richtung im Winkel von 45 Grad fixiert. Kirschen neigen im Gegensatz zu \u00c4pfeln weniger zur Alternanz.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1428\" aria-describedby=\"caption-attachment-1428\" style=\"width: 530px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1428 size-large\" src=\"https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_08_BB-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"530\" height=\"398\" srcset=\"https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_08_BB-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_08_BB-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_08_BB-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 530px) 100vw, 530px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1428\" class=\"wp-caption-text\">S\u00fc\u00dfkirschen in UFO-Erziehung am Drahtrahmen, 45 Grad schr\u00e4ge Offshoots<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alle Baumstreifen werden stets bewuchsfrei gehalten. Hierf\u00fcr wurde bei der Industrie bereits eine Maschine \u00e4hnlich eines M\u00e4hroboters angefragt, allerdings bislang ohne Erfolg. Der zur Unterdr\u00fcckung des Unkrautbewuchses ausgebrachte Rindenmulch auf den Baumstreifen wirkt nicht sonderlich versauernd auf den Boden, sondern eher als Stickstoffsperre. Es muss daher zus\u00e4tzlich Stickstoff gegeben werden. Zur derzeit aktuellen Glyphosat-Diskussion st\u00f6rt es Thomas Kininger, dass kein Unterschied gemacht w\u00fcrde zwischen der Anwendung gegen Unkraut und der Applikation auf die Kulturpflanze, was in der Praxis deutlich \u00fcberwiege.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1426\" aria-describedby=\"caption-attachment-1426\" style=\"width: 530px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1426 size-large\" src=\"https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_06_BB-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"530\" height=\"398\" srcset=\"https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_06_BB-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_06_BB-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_06_BB-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 530px) 100vw, 530px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1426\" class=\"wp-caption-text\">Feigenkultur im Folienhaus<\/figcaption><\/figure>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Feige<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Versuchsweise werden auch Feigen angebaut; die Kulturen stehen freilich im Foliengew\u00e4chshaus, weil sie frostempfindlich sind. So sollen bei einer Temperatur von -12 \u00b0C keinerlei Fr\u00fcchte mehr gebildet werden k\u00f6nnen. Insgesamt befinden sich zehn Sorten in der Testung, davon acht aus Frankreich mit teilweise klangvollen Namen wie \u201eCol de Dame Noir\u201c, \u201eMadeleine des deux Saisons\u201c oder \u201eRonde de Bordeaux\u201c, eine t\u00fcrkische Sorte namens \u201eBrown Turkey\u201c sowie eine Sorte \u201eNordland\u201c unbekannter Herkunft. Man fand heraus, dass die Pflanzen der t\u00fcrkischen Feige leider nicht virusfrei sind und deshalb die vegetative Vermehrung nur aus der Triebspitze erfolgen kann. \u00dcbrigens wird im Folientunnel mit N\u00fctzlingseinsatz gearbeitet.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1427\" aria-describedby=\"caption-attachment-1427\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1427 size-medium\" src=\"https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_07_BB-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_07_BB-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_07_BB-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_07_BB-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1427\" class=\"wp-caption-text\">Junge Feige im zweiten Standjahr<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcberhaupt k\u00f6nnen bei uns nur Sorten angebaut werden, die keine Befruchtung ben\u00f6tigen. \u00dcblicherweise ist f\u00fcr die Befruchtung der Feige eine spezielle Wespenart zust\u00e4ndig, die in Gebieten n\u00f6rdlich der Alpen allerdings nicht vorkommt. Die sogenannten parthenokarpen Sorten bilden Fr\u00fcchte auch ohne vorherige Best\u00e4ubung. Feigen k\u00f6nnen zweimal im Jahr Fr\u00fcchte bilden. Die ersten werden Bl\u00fchfeigen genannt und sind meist gr\u00f6\u00dfer als die folgenden. Sp\u00e4ter entwickeln sich die Herbstfeigen, welche bei den meisten Sorten den Hauptertrag ausmachen. Je nach Nutzung und Standort sollte bei der Auswahl der Sorte besonders auch auf die nat\u00fcrliche Wuchsh\u00f6he geachtet werden. Die franz\u00f6sische Sorte \u201eNoir de Barbentane\u201c beispielsweise weist einen sehr starken Wuchs mit \u00fcber sechs Metern H\u00f6he auf und d\u00fcrfte allein deshalb weder f\u00fcr den Erwerbsobstanbau noch f\u00fcr den Hausgarten geeignet sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dieser F\u00fchrung durch die Obstanlagen war lediglich noch eine halbe Stunde Zeit bis zur Mittagspause, in der entweder die Sortenerhaltungszentrale oder der Schaugarten besichtigt werden konnte. Man entschied sich f\u00fcr den Schaugarten.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Schaugarten<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Schau- und Ausbildungsgarten wurde 2001 angelegt. Er liegt direkt am Eingang zum Gel\u00e4nde des KOB und ist \u00fcblicherweise erster Anlaufpunkt f\u00fcr eintreffende Besucher. Unsere Gruppe hat ihn zum Schluss und leider nur kurz besucht. Neben \u00fcblichen Obstkulturen finden sich dort auch Wildobstarten, Exoten und Besonderheiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einige Highlights in Stichworten: Ein gro\u00dfer Feigenbaum steht unmittelbar am Eingang. Ein einzelner riesiger Aroniastrauch hat viele Kubikmeter Raum eingenommen \u2013 im Obstbau wird er geschnitten, hier nicht, hier darf er wachsen wie er will. Auch ein Speierling dominiert im Eingangsbereich und \u00fcberragt viele weitere Str\u00e4ucher und Stauden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1435\" aria-describedby=\"caption-attachment-1435\" style=\"width: 530px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1435 size-large\" src=\"https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_15_BB-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"530\" height=\"398\" srcset=\"https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_15_BB-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_15_BB-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_15_BB-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 530px) 100vw, 530px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1435\" class=\"wp-caption-text\">Im Schaugarten<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Etwas weiter hinten stehen zwei Maulbeerb\u00e4ume nebeneinander, selbstverst\u00e4ndlich eine Schwarze und eine Wei\u00dfe Maulbeere. Auch je eine Kartoffel- und eine Vitaminrose sind zu sehen, die nicht verwechselt werden k\u00f6nnen: Die Kartoffelrose (<em>Rosa rugosa<\/em>), die wie auch die Hundsrose f\u00e4lschlicherweise umgangssprachlich oft als Heckenrose bezeichnet wird, hat Hagebutten, die deutlich mehr breit als hoch sind, w\u00e4hrend sie bei der Vitaminrose (<em>Rosa dumalis \u00d7 Rosa pendulina<\/em>) flaschenf\u00f6rmig und wesentlich h\u00f6her als breit sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der Japanischen Weinbeere (<em>Rubus phoenicolasius<\/em>) gehen die Kelchbl\u00e4tter auf und zu und wieder auf, indem die Frucht zun\u00e4chst umschlossen und zur Reife wieder freigegeben wird. Die Maibeere (<em>Lonicera kamtschatica<\/em>) stammt urspr\u00fcnglich von Kamtschatka und ist als Obst- und Zierstrauch gleicherma\u00dfen beliebt. Die Wurzelknollen des Topinamburs sind nach Ansicht Thomas Kiningers f\u00fcrs Schnapsbrennen viel zu schade, er empfiehlt, sie lieber roh \u00fcber einen Salat zu reiben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1436\" aria-describedby=\"caption-attachment-1436\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1436 size-medium\" src=\"https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_16_BB-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_16_BB-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_16_BB-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_16_BB-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1436\" class=\"wp-caption-text\">Manfred Nuber (rechts) bedankt sich bei Thomas Kininger mit einem Pr\u00e4sent<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Manfred Nuber musste an dieser Stelle die interessanten Ausf\u00fchrungen Thomas Kiningers unterbrechen, denn die Zeit war bereits weit fortgeschritten und wir waren als geschlossene Gesellschaft zum Mittagessen fest angemeldet. Viel zu kurz waren die etwas mehr als zwei Stunden beim KOB, die wie im Fluge vergingen.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Obstbetrieb Ke\u00dfler<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Nachmittag galt einem Besuch der Mosterei Ke\u00dfler in Horgenzell-Detzenweiler. Wurde der Betrieb urspr\u00fcnglich als Lohnmosterei gegr\u00fcndet, geh\u00f6ren heute auch Mostobsthandel sowie Saftherstellung und -vertrieb zu seinen T\u00e4tigkeitsfeldern. Es werden auch eigene \u00c4pfel angebaut: In Kultur stehen vier bis f\u00fcnf Re-Sorten sowie die Sorte \u201eHilde\u201c. Prinzipiell gibt es keine Hochstammb\u00e4ume, sondern es herrscht ausschlie\u00dflich Intensivanbau vor. Derzeit werden die schwachwachsenden B\u00e4ume der Unterlage M9 auf M25 umgestellt. Nach Ansicht von Wilhelm Ke\u00dfler ist aus Obst von Streuobstwiesen kein trinkbarer Most herzustellen. Sein Favorit ist sein roter Most, gemischt aus Apfel und \u2013 als Alleinstellungsmerkmal \u2013 S\u00fc\u00dfkirsche statt Sauerkirsche (\u201e\u2026 mit Sauerkirsche macht jeder\u201c), der insbesondere bei jungen Leuten unter 25 Jahren sehr beliebt sei, weil er lieblich ist. \u00dcberhaupt besteht der Absatz zu 80 Prozent aus roten und nur zu 20 Prozent aus wei\u00dfen Sorten. Insgesamt sind etwa 25 verschiedene Mostsorten im Angebot, und j\u00e4hrlich kommt mindestens eine weitere hinzu. Generell werden zu seinem Most nur \u00c4pfel und keine Birnen verwendet. Auf Nachfrage, ob er seinem Apfelmost aus geschmacklichen Gr\u00fcnden nicht auch einen Birnenanteil beimische, wurden Deklarationsprobleme genannt: Der \u201eWKD\u201c kontrolliere regelm\u00e4\u00dfig.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1437\" aria-describedby=\"caption-attachment-1437\" style=\"width: 530px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1437 size-large\" src=\"https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_17_BB-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"530\" height=\"398\" srcset=\"https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_17_BB-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_17_BB-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/KOB_2019_17_BB-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 530px) 100vw, 530px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1437\" class=\"wp-caption-text\">Im Hofbereich der Mosterei Ke\u00dfler<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Lohnmosterei hat eine Verarbeitungskapazit\u00e4t von drei Millionen Litern pro Jahr und z\u00e4hlt damit zu den kleinen Mostereibetrieben. In der Region sind wesentlich gr\u00f6\u00dfere Betriebe ans\u00e4ssig. In der Lohnmosterei werden auf Wunsch bereits Kleinmengen ab f\u00fcnf Kisten Obst, das entspricht etwa 100 Kilogramm, verarbeitet. Abgef\u00fcllt wird nicht in Flaschen, sondern ausschlie\u00dflich in Bag-in-Box. Dabei ist zu beachten, dass der pasteurisierte Saft m\u00f6glichst schnell heruntergek\u00fchlt werden muss, da sich sonst ein unangenehmer Kochgeschmack einstellt. In der Praxis wird angestrebt, den Saft binnen 5 bis 8 Stunden auf unter 40 \u00b0C zu bringen. Niemals darf der Saftbeutel in warmem Zustand in die Box, und keinesfalls d\u00fcrfen warme Boxen gestapelt werden, sie blieben sonst tagelang warm.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die hofeigene Gastronomie bietet Platz f\u00fcr bis zu 400 Personen einschlie\u00dflich des Biergartens unter freiem Himmel, allein die Besenwirtschaft fasst 180 Personen und ist rustikal und urig eingerichtet. Ein stabiler neun Meter langer Tisch aus dem Stamm eines Mammutbaums, in den einst der Blitz eingeschlagen hat, ist ein Hingucker. Bei der anschlie\u00dfenden Mostverkostung trat Wilhelm Ke\u00dfler als Mostsommelier in Erscheinung. Welches Probierglas ist eigentlich das richtige? Es gibt tats\u00e4chlich merkliche sensorische Unterschiede in Abh\u00e4ngigkeit von der Glasform. Hier ist \u00d6sterreich sein gro\u00dfes Vorbild, nicht nur in der Gastronomie, sondern auch in der Landwirtschaft allgemein. \u201e\u00d6sterreich ist uns zehn Jahre voraus.\u201c Es kl\u00e4rte sich auch ein Missverst\u00e4ndnis auf: Die angebotenen 25 Sorten \u201eMost\u201c sind zum allergr\u00f6\u00dften Teil Saft, der vergorene Saft ist Apfelwein. Nach Herzenslust durfte von allen angebotenen Kreationen probiert werden, darunter sortenreine S\u00e4fte und Mischs\u00e4fte, auch Bios\u00e4fte, Moste, Gl\u00fchmoste und Secco-Variationen. Gleichzeitig waren im ge\u00f6ffneten Hofladen alle Produkte in unterschiedlichen Gebindegr\u00f6\u00dfen vorr\u00e4tig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Lehrfahrt zum Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee (KOB) nach Bavendorf am 21. September 2019 veranstaltete die Fachwartvereinigung in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Erwerbsobstbau und der Fachberatungsstelle Obst- und Gartenbau am Landratsamt B\u00f6blingen. Thomas Kininger, Mitarbeiter des Versuchsbetriebs und Ausbilder am KOB konnte <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.fachwarte.de\/?p=1418\"><span class=\"screen-reader-text\">  Lehrfahrt zum KOB Bavendorf<\/span> weiterlesen<span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":1432,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,8],"tags":[46,45,44,43],"class_list":["post-1418","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-veranstaltungen","tag-bavendorf","tag-kob","tag-kompetenzzentrum-obstbau-bodensee","tag-lehrfahrt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fachwarte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1418","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fachwarte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fachwarte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachwarte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachwarte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1418"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.fachwarte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1418\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1444,"href":"https:\/\/www.fachwarte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1418\/revisions\/1444"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachwarte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1432"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fachwarte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1418"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachwarte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1418"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fachwarte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1418"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}