{"id":2241,"date":"2023-04-10T20:38:48","date_gmt":"2023-04-10T18:38:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fachwarte.de\/?p=2241"},"modified":"2023-06-12T13:42:32","modified_gmt":"2023-06-12T11:42:32","slug":"tomatenanbau-im-hausgarten-vortrag-von-dr-ernst-am-17-3-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fachwarte.de\/?p=2241","title":{"rendered":"Tomatenanbau im Hausgarten \u2013 Vortrag von Dr. Ernst am 17.03.2023"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #636363;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><a href=\"https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Gem\u00fcsebau_2019_16_BB.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1405 size-large alignright\" src=\"https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Gem\u00fcsebau_2019_16_BB-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"530\" height=\"398\" srcset=\"https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Gem\u00fcsebau_2019_16_BB-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Gem\u00fcsebau_2019_16_BB-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.fachwarte.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Gem\u00fcsebau_2019_16_BB-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 530px) 100vw, 530px\" \/><\/a>Tomaten sind das beliebteste Gem\u00fcse f\u00fcr den Anbau im Hausgarten. Offensichtlich ist dies auch bei den Mitgliedern der Fachwartvereinigung so. Sichtlich erfreut begr\u00fc\u00dfte der erste Vorsitzende Helmut Schmalz die Mitglieder und G\u00e4ste. Mehr als 50 Personen hatten sich zum Vortrag angemeldet.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #636363;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Dr. Michael Ernst referierte in gewohnt kompetenter und humorvoller Weise.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #636363;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Bei der Standortwahl sollte unbedingt Boden und Klima ber\u00fccksichtigt werden, so erkl\u00e4rte uns Dr. Ernst. Ein vollsonniger Standort, kein starker Wind, und Schutz vor Regen sind wichtig. Ebenso eine Temperatur von mindestens 14\u00b0, sonst wachsen die Tomatenpflanzen nicht. Ein mittelschwerer, humoser, tiefgr\u00fcndiger Boden ist Voraussetzung f\u00fcr ein gutes Wachstum. Ebenso eine gute N\u00e4hrstoffversorgung. Diese kann durch entsprechende D\u00fcngung erreicht werden. Auch eine Vorjahreskultur mit Leguminosen ist empfehlenswert.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #636363;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Die w\u00e4rmeliebenden Tomatenpflanzen werden erst nach den Eisheiligen, also Mitte Mai, ausgepflanzt. Entgegen mancher Behauptung ist die Tomate nicht selbstvertr\u00e4glich. Sie sollte also erst nach fr\u00fchestens 3 Jahren wieder am selben Platz gepflanzt werden. Die Gefahr von Korkwurzelkrankheit, Welkekrankheit und Sch\u00e4den durch Nematoden sind sonst gro\u00df. Der Boden kann durch Vorkultur von Leguminosen, wie z.B. Wei\u00dfklee, Rotklee, Bohnen oder Erbsen, deutlich verbessert werden. Binden diese doch bis zu 50 g Stickstoff pro m\u00b2. Humusanreicherung mit Zwischenbegr\u00fcnung, z. B. Phacelia, oder D\u00fcngelupinien ist sinnvoll, auch der Anbau von Tagetes hat sich bew\u00e4hrt. Diese ziehen f\u00fcr Tomatenwurzeln sch\u00e4dliche Nematoden an.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #636363;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Nicht nur der N\u00e4hrstoffbedarf ist bei der Anbauplanung zu ber\u00fccksichtigen, auch die Familienzugeh\u00f6rigkeit der Pflanzen ist von gro\u00dfer Bedeutung. Vor allem wegen der bodenb\u00fcrtigen Schadorganismen. Starkzehrer (wie Tomaten), Schwachzehrer, Mittelstarkzehrer und Leguminosen sollten sich j\u00e4hrlich abwechseln.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #636363;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Gartenfreunde die Mischkultur bef\u00fcrworten, sind gut beraten Tomaten in Nachbarschaft mit Salaten, Spinat, Petersilie, Basilikum, M\u00f6hre, Pastinake, Zwiebeln oder Ringelblumen zu pflanzen. Kartoffeln, Erbsen oder Gurken sind nicht von Vorteil.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #636363;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Die Auswahl der richtigen Sorten ist f\u00fcr den Hobbyg\u00e4rtner eine Herausforderung. Im Sortenregister sind \u00fcber 3800 Sorten eingetragen. Dr. Ernst empfiehlt sich f\u00fcr resistente, bzw. tolerante Sorten zu entscheiden. Diese gibt es als F1 Hybriden im Handel zu kaufen. Auch einige samenfeste Sorten gelten als robust und wenig empfindlich. Erfolgversprechend ist es, auf robuste Unterlagen veredelte Sorten zur\u00fcckzugreifen. Diese sind im einschl\u00e4gigen Fachhandel zu bekommen. Experimentierfreudige Tomatenliebhaber k\u00f6nnen sich auch selbst an der Kunst des Veredelns probieren. Locken doch h\u00f6here Ertr\u00e4ge, weniger Krankheiten, besserer Wuchs, fr\u00fcherer Erntebeginn und l\u00e4ngere Ernteperioden.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #636363;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Bei der Aussaat ist zu bedenken, dass Tomaten Lichtkeimer sind, also nur eine geringe Ablagetiefe w\u00e4hlen, Aussaaterde verwenden und die Saatschale hell und warm aufstellen. Die Erde sollte st\u00e4ndig feucht, aber nicht nass sein. Wenn das erste Blattpaar nach den Keimbl\u00e4ttern erscheint, kann in leicht aufged\u00fcngte Erde pikiert werden. Da die Tomate sprossb\u00fcrtige Wurzeln bildet, wird sie etwas tiefer eingepflanzt. Beim Auspflanzen in den Garten oder ins Gew\u00e4chshaus ist zu beachten, dass der Pflanzabstand gro\u00df genug gew\u00e4hlt wird. 60 x 50 cm sollten es schon sein. Ist die Bestandsdichte zu hoch, drohen Ernteausf\u00e4lle wegen Lichtmangel, und\/oder vermehrt auftretende Krankheiten oder Sch\u00e4dlinge.Ins Pflanzloch kann Kompost o.\u00e4. als D\u00fcnger und W\u00e4rmequelle mit eingearbeitet werden. Wird dann noch gemulcht, verbessert dies die Bodenstruktur, und reduziert die Wasserverdunstung. Auch die Bodentemperatur wird dadurch erh\u00f6ht und das Unkraut unterdr\u00fcckt. Pflegema\u00dfnahmen, wie aufleiten, alle jungen Seitentriebe in den Blattachsen ausgeizen und bis zum untersten Fruchtansatz entbl\u00e4ttern sind bei Stabtomaten durchzuf\u00fchren. Gelbe, oder kranke Bl\u00e4tter werden konsequent entfernt. Die Triebspitzen werden gek\u00f6pft, sobald klar ist, dass die Frucht nicht mehr ausreifen kann.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #636363;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Gie\u00dfen nicht vergessen! Ideal ist eine Tr\u00f6pfchenbew\u00e4sserung. Wer Schlauch oder Gie\u00dfkanne verwendet, sollte in den Morgenstunden gie\u00dfen, die Pflanze darf dabei nicht nass gemacht werden. Um tiefes Wurzelwachstum zu gew\u00e4hrleisten, empfiehlt Dr. Ernst nur 2 bis 3mal w\u00f6chentlich zu gie\u00dfen, dann aber 20 \u2013 25 Liter pro m\u00b2. Als D\u00fcnger empfiehlt sich organischen Stickstoffd\u00fcnger wie Hornmehl, Guano oder \u00e4hnliches. Auch mineralischer Stickstoffd\u00fcnger oder umh\u00fcllter Langzeitd\u00fcnger sind m\u00f6glich. \u00dcberd\u00fcngung ist unbedingt zu vermeiden. Am besten l\u00e4sst man vor Kulturbeginn eine Bodenanalyse durchf\u00fchren. Auch der Gehalt des Bodens an Phosphor, wichtig f\u00fcr Bl\u00fcten- und Fruchtansatz, Kalium f\u00fcr gesunde Pflanzen und Magnesium f\u00fcr die Photosynthese, ist zu beachten. Ebenso wichtig ist der richtige Gehalt an Kalzium.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #636363;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Mit 2-3 Monate altem Rohkompost als Mulchschicht und reifem Kompost als D\u00fcnger, ist man auf der sicheren Seite.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #636363;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Auch zum Thema Pflanzenschutz gab uns Dr. Ernst wertvolle Tipps. So sollten die Pflanzen vor extremen Witterungseinfl\u00fcssen wie Frost, Hagel, Sturm und K\u00e4lte gesch\u00fctzt werden. Aber auch Trockenheit, und extremer UV Strahlung sollte mit geeigneten Gegenma\u00dfnahmen begegnet werden. Geplatzte Fr\u00fcchte weisen auf ungleichm\u00e4\u00dfige Wasserversorgung hin, Gr\u00fcnkragen an den Fr\u00fcchten kommt von zu gro\u00dfer Hitze. Eine Schattierung der Pflanzen kann Abhilfe schaffe, diese hilft auch gegen, durch zu hohe UV Strahlung ausgel\u00f6sten, Sonnenbrand an den Fr\u00fcchten. Bl\u00fctenendf\u00e4ule oder Fruchtendf\u00e4ule wei\u00dft auf einen Kalziummangel hin, sinnvolle Gegenma\u00dfnahmen sind, kalken, gleichm\u00e4\u00dfige Wasserversorgung und Fruchtausd\u00fcnnung.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #636363;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Auch von Pilzkrankheiten, wie Korkwurzelkrankheit, oder von Nematoden kann die Tomate befallen werden, durch konsequente Fruchtfolge wird das Risiko minimiert.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #636363;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Die allseits bekannte und gef\u00fcrchtete Tomatenkrankheit ist die Braunf\u00e4ule, hier kann durch tolerante Sorten, beachten der Fruchtfolge und \u00dcberdachung der Pflanzen Abhilfe geschaffen werden. Zeigt die Pflanze vergilbte und verkr\u00fcppelte Bl\u00e4tter sind Virosen die Ursache, diese Pflanzen sollten entfernt werden. Von Milben befallene Bl\u00e4tter verkr\u00fcppeln an den Triebspitzen, h\u00f6herer Luftfeuchte oder der Einsatz von N\u00fctzlingen wurden als Gegenma\u00dfnahmen empfohlen.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #636363;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Wer bei der Ernte die erforderliche Sorgfalt walten l\u00e4sst, kann die Fr\u00fcchte bei 8 \u2013 10 \u00b0C noch ein paar Tage lagern. Doch frisch genossen oder verarbeitet schmecken Tomaten bekanntlich am besten.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #636363;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Allen Mitgliedern und Freunden der Fachwartvereinigung w\u00fcnschen wir ein erfolgreiches Gartenjahr!<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tomaten sind das beliebteste Gem\u00fcse f\u00fcr den Anbau im Hausgarten. Offensichtlich ist dies auch bei den Mitgliedern der Fachwartvereinigung so. Sichtlich erfreut begr\u00fc\u00dfte der erste Vorsitzende Helmut Schmalz die Mitglieder und G\u00e4ste. 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